Jürgen Habermas als politischer Denker

Sommersemester 2014 Seminarplan BA Politikwissenschaft Montags, 10-12 Uhr GW1 A0160

In Jürgen Habermas‘ komplexem philosophischem Werk besetzt die politische Philosophie wenn nicht das, so doch ein Zentrum. Allerdings hat er selbst immer wieder Umbaumaßnahmen vorgenommen und seine Antworten auf Fragen nach dem demokratischen Rechtsstaat, dem Zusammenhang von Demokratie und Kapitalismus sowie der Politik jenseits des Nationalstaats ständig im Lichte sowohl von Fach- als auch öffentlichen Diskussionen weiterentwickelt. Die letzte große theoretische Anstrengung war Faktizität und Geltung (1992), dessen Rechtsphilosophie das Rückgrat von Habermas‘ (gegenwärtiger) politischer Philosophie bildet. Das Seminar wird mit einer intensiven Auseinandersetzung ausgewählter Teile von Faktizität und Geltung beginnen, um dann einzelne thematische Fragen (z.B. zu Europa oder zum demokratischen Kapitalismus/zur kapitalistischen Demokratie) und wichtige Kritiken bzw. Weiterführungen in den Blick nehmen.

Literatur zur Vorbereitung

Brunkhorst, Hauke, Regina Kreide und Cristina Lafont (Hrsg.) (2009): Habermas-Handbuch. Stuttgart: Metzler.

Habermas, Jürgen 2001: Kommunikatives Handeln und detranszendentalisierte Vernunft. Stuttgart: Reclam.

Habermas, Jürgen 2006 [1992]: Faktizität und Geltung. Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaats. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.

Iser, Mattias und David Strecker 2010: Jürgen Habermas zur Einführung. Hamburg: Junius.

Wingert, Lutz und Klaus Günther (Hrsg.) (2001): Die Öffentlichkeit der Vernunft und die Vernunft der Öffentlichkeit. Festschrift für Jürgen Habermas. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.