Schwerpunkt »Grenzen des Wissens« veröffentlicht

Der Schwerpunkt »Grenzen des Wissens« versammelt Beiträge zum Wissensbegriff, die sich unter den Titel einer kritisch aufgeklärten und transkulturell erweiterten Begriffsgeschichte stellen. In der programmatischen Einleitung argumentieren Nadja Germann und ich, dass die traditionelle philosophische Begriffsgeschichte nach wie vor von systematischen Ausgrenzungen geprägt ist, darunter Eurozentrismus, Androzentrismus und die Marginalisierung bestimmter Epochen und Traditionen. Wir denken, dass Begriffsgeschichte nicht nur semantische Entwicklungen rekonstruieren, sondern auch die sozialen und politischen Bedingungen – sowie die Machtverhältnisse – kritisch untersuchen sollte, unter denen Begriffe entstehen und sich verfestigen. Unter Rückgriff auf Debatten in der feministischen und sozialen Erkenntnistheorie verteidigt der Beitrag den epistemischen Wert einer Diversifizierung des Korpus begriffshistorischer Forschung. Ein transkulturell erweiterter Ansatz, so schlagen wir vor, kann vernachlässigte Alternativen aufdecken, kontingente begriffliche Verengungen aufzeigen und zu aktuellen Debatten beitragen.

Im einzelnen finden sich folgende Artikel in dem Schwerpunkt:

Nadja Germann & Frieder Vogelmann: Wissen über Grenzen. Zum Versuch einer kritisch-aufklärerischen, transkulturell geweiteten Begriffsgeschichte

Nadja Germann: Wissen im Widerstreit. Alternativen der arabisch-islamischen Philosophie

Maarten J. F. M. Hoenen: Wissen als Angleichung. Begriff und Ding im Thomismus des späten Mittelalters

Bret W. Davis: Zen Buddhism on the Limits of Knowledge and the Practice of Wisdom