
Wie setzen sich Wahrheitsauffassungen durch? Nicht einmal wissenschaftliche Diskurse verlaufen herrschaftsfrei – Forschungstrends folgen mitunter ebenso sehr der Spur der Fördermittel wie dem »zwanglosen Zwang des besseren Arguments« (Habermas). Spätestens seit Nietzsche und Foucault besteht der Verdacht, dass Wissensansprüche und Macht zusammengehören: Ohne (sublimierte) Machtmittel etablieren sich keine Auffassungen; sind sie einmal etabliert, wirken sie ihrerseits als (sublimierte) Machtmittel. Mit Blick auf diese sozialen und politischen Dimensionen der Wahrheitsfindung gelten Wahrheiten als interessensabhängig konstruiert – Relativismen unterschiedlicher Couleur und postfaktische Resignationen finden so ihre Motivation. Diese Veranstaltung möchte erkunden, auf welchen philosophischen Grundlagen die Verquickung von Wahrheit/Wahrheitsfindung und Macht zu denken sein könnte.
Vortrag und Diskussion mit PD Dr. Jens Rometsch (Universität Bonn) zum Thema Wahrheit, Wahrheitsfindung und Macht.