PD Dr. Frieder Vogelmann

PD Dr. Frieder Vogelmann

Vertretungsprofessor für Epistemology & Theory of Science

University College Freiburg

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Biografie

Derzeit bin ich Vertretungsprofessor für Epistemology & Theory of Science am University College Freiburg und der Philosophischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

In meiner Forschung konzentriere ich mich im Moment auf Grundbegriffe der politischen Epistemologie und greife damit die doppelte Einsicht der frühen Kritischen Theorie auf, wonach Erkenntnistheorie einer gesellschaftstheoretischen Basis und Gesellschaftstheorie einer erkenntnistheoretischen Grundlage bedarf. Diese Überlegungen arbeite ich im Dialog mit der zeitgenössischen analytischen, kontinentalen und feministischen Epistemologie einerseits und der (radikaldemokratischen) Politischen Theorie bzw. Sozialtheorie andererseits aus. Gerade bereite ich die Veröffentlichung meiner Habilitationsschrift unter dem Titel Die Wirksamkeit des Wissens. Eine politische Epistemologie vor.

Meine weiterer Forschungsprojekte – zu alternativen Gouvernementalitäten, zum Verantwortungsbegriff, zum Begriff von Kritik sowie zu Michel Foucaults philosophischer Vorgehensweise – werden von einem methodologischen Kern zusammengehalten, der sich als historisch-kritische Begriffsanalyse beschreiben lässt. Im Anschluss an Ludwig Wittgenstein und Michel Foucault nimmt sie an, dass die Bedeutung von Begriffen aus ihrem Gebrauch in Praktiken hervorgehen, die allerdings ihrerseits nicht ohne ihre historische Entwicklung in und durch soziale Kämpfe zu verstehen sind.

Weitere Informationen können Sie in meinem Lebenslauf finden oder auf meinem Academia.edu-Profil.

Interessen
  • Politische Epistemologie
  • Kritische Theorie
  • Sozialphilosophie und Politische Philosophie
  • Michel Foucault
  • Verantwortung
  • Französische Philosophie
Bildung
  • Habilitation uund Erteilung der venia legendi in Philosophie, 2020

    Goethe-Universität Frankfurt/Main

  • Dissertation in Philosophie, 2013

    Goethe-Universität Frankfurt/Main

  • Magister Artium in Philosophie, Mathematik und Kognitionswissenschaft, 2007

    Albert-Ludwigs-Univsität Freiburg im Breisgau

Wissenschaft­liche Tätig­keiten

Neue Publikationen

In diesem Artikel argumentiere ich dafür, dass (a) »Kraft« und »Normativität« zwei Paradigmen darstellen, (b) deren Konfrontation den Streit zwischen neukantianischem Normativismus und Lebensphilosophie im 19. Jahrhundert wiederholen, dabei allerdings (c) die Rolle des Subjekts deutlich verändern.
Kritische Theorie soll die Gesellschaft emanzipieren, statt sie wie herkömmliche Forschung nur zu erfassen. Die Grundzüge dieser engagierten Wissenschaft skizziert Max Horkheimer in seinem berühmten Aufsatz von 1937 in der Zeitschrift für Sozialforschung. Das Nachwort hilft, die schwierigen Konsequenzen dieser einfachen Idee nachzuvollziehen. Frieder Vogelmann stellt zudem die wichtigste Kritik an Horkheimers Argumenten sowie deren Weiterentwicklung in der Frankfurter Schule vor.
Gess bietet mit »Halbwahrheiten« einen interessanten Begriff als Instrument an, um die Genese und Funktion solcher Behauptungen zu erhellen, die sowohl faktische als auch fiktive Anteile enthalten und gerade aus dieser Amalgamierung Kapital schlagen.

Die nächsten Vorträge

In nächster Zeit sind keine Vorträge angekündigt.

Neue Posts

Thomas Lemkes neues Buch The Government of Things. Foucault and the New Materialisms ist gerade bei NYU Press erschienen. Am 29. Oktober 2021, von 17–19 Uhr, gibt es eine Buchvorstellung mit einer Diskussion zwischen Ute Tellmann (Darmstadt), Reiner Keller (Augsburg) und Thomas Lemke.

Der Redaktion von agora42 habe ich drei Fragen zur Neuausgabe von Max Horkheimers Aufsatz Traditionelle und kritische Theorie beantwortet, die jetzt im Blog von agora42 veröfentlicht wurden.
Eine Online-Vortragsreihe zu den verschiedenen Diagnosen von und Begriffen für Unwahrheiten in der Politik, von Ideologie und »Post-Truth« bis Halbwahrheiten und Verschwörungstheorien.
Meine Antrittsvorlesung zum Privatdozenten der Philosophie fand am 26. Mai 2021 statt. Wer den Livestream von »Weder verleugnen noch verherrlichen. Für ein realistisches Verständnis wissenschaftlicher Praktiken« verpasst hat, kann die Aufnahme auf dem Uniserver ansehen. Eine kurze Inhaltsangabe findet sich auf der Seite zum ursprünglichen Event.

In meinem Seminar Populismus als soziales Phänomen haben die Studierenden einen Podcast erstellt, in dem sie in sechs Folgen verschiedene Aspekte rund um den Begriff und das Phänomen »Populismus« diskutieren. Die sechs Folgen veröffentlichen wir ab heute jeweils unter https://anchor.fm/podcasting-populism.

In diesem Projekt unternehme ich eine kritisch-historische Begriffsanalyse eines Kernbegriffs der praktischen Philosophie: »Normativität«.
Die Zeitschrift Behemoth veröffentlicht halbjährlich Forschungsbeiträge über prekären Regime der (Un-)Ordnung.
Wie wirkt Wissen? Welche politische Signifikanz haben epistemologische Fragen und Erkenntnisse? Mein Habilitationsprojekt widmet sich dem Phänomen »wirksamen Wissens«.
Wie lässt sich so regieren, dass die Regierten keine Angst vor den Regierenden haben müssen? Was wäre, wenn die aus der politischen Philosophie vertraute Antwort »Autonomie« nicht ausreicht?
Welche Vorstellungen davon, wie wir Kritik praktisch üben, liegen unseren theoretischen Analysen von Kritik zugrunde? Welches Wissen erzeugen wir mit Kritik? Wie hängen Kritik und Notwendigkeit zusammen?
Die Zeitschrift für philosophische Literatur ist eine begutachtete Open-Access-Zeitschrift für deutschsprachige Besprechungen philosophischer Fachliteratur.
Die Buchreihe Philosophie & Kritik. Beiträge zur politischen Philosophie und Kritischen Theorie erscheint ab 2017 bei Springer VS mit Beiträgen, die sich als politisch engagierte Philosophie verstehen.
An der Philosophie Michel Foucaults interessieren mich aus systematischer Perspektive vor allem seine Methodologie und die daraus resultierende Form der (politischen) Philosophie sowie seine Ansätze zu einer nicht-relativistischen »Geschichte der Wahrheit«.
Dass wir verantwortlich handeln sollen, scheint eine selbstverständliche Norm zu sein, die kaum jemand infrage stellt. Doch das war nicht immer so – noch vor 200 Jahren war »Verantwortung« ein marginaler Rechtsbegriff. Was bedeutet die steile Karriere von Verantwortung für unser Denken und Handeln? Was geschieht, wenn Verantwortung in der Arbeitswelt oder in der Kriminalpolitik zu einem verlangten Selbstverhältnis ohne substanzielle Handlungsmacht wird, während die Philosophie Verantwortung an diese Bedingung knüpft?

Ich unterrichte im Wintersemester 2021/22 folgende Lehrveranstaltungen an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg:

Einführung in die feministische Wissenschaftskritik zusammen mit Teija Wangler und Muriel Lorenz )
Seminar
Das Seminar gibt einen ersten Überblick über feministische Erkenntnistheorie und feministische Wissenschaftskritik.
Knowledge and Its Problems: An Introduction to Epistemology
Online-Vorlesung mit Übungen
This lecture offers an overview of contemporary epistemology and introduces the basics of philosophical logic (propositional and first-order logic).
Political Responsibility: The Life of a Concept
Seminar
A seminar devoted to the conceptual history of “political responsibility”.

Hinweise zu Hausarbeiten

Wenn Sie Schwierigkeiten haben, sich eine Fragestellung zu überlegen, hilft Ihnen vielleicht der Hausarbeiten-Survival Guide weiter. Darin finden Sie auch Hinweise dazu, wie Sie Ihre Hausarbeiten stilistisch verbessern können.

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